Das Land Bulgarien ist das wirtschaftlich schwächste Land der EU. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, sind aber vor allem in der kommunistischen Vergangenheit der Nation zu suchen. Durch den Kollaps der Sowjetunion wurde das Land in eine wirtschaftliche Krise katapultiert, aus der es bis heute nicht erfolgreich herausgefunden hat. Die Politiker des Landes sind dabei seit mehreren Jahrzehnten auf der Suche nach einem Rezept, wie die schwache Wirtschaft des kleinen Landes endlich wieder auf die Beine kommen kann. Nun ist eine neue Idee vorgestellt worden, die jedoch international für große Kritik gesorgt hat. Wir berichten in diesem Artikel ausführlich über das bulgarische Vorhaben, das erste Atomkraftwerk des Landes zu erbauen.

Vor einigen Wochen hat das Parlament Bulgariens der Regierung des Landes ausdrücklich empfohlen, den Bau eines eigenen Atomkraftwerkes ernsthaft in Erwägung zu ziehen. So solle die Regierung zunächst die Voraussetzungen schaffen, die für den Bau eines solchen Kraftwerks vonnöten sind. Da das Land Mitglied in der EU ist, gibt es eine Reihe von Vorgaben, die vor dem Bau eingehalten werden müssen. Es geht dabei ausdrücklich um den Bau eines neuen Kraftwerks und nicht um die Wiederaufnahme der abgebrochenen Arbeiten am alten Meiler Belene. So waren bereits im Jahr 1987 erste Arbeiten an einem ersten Atomkraftwerk in Bulgarien, in der kleinen Stadt Belene, vorangetrieben worden. Das Vorhaben wurde aber bereits drei Jahre später, im Jahr 1990, noch vor seiner endgültigen Fertigstellung wieder zurückgebaut.

Der Beschluss der Regierung zum Bau eines eigenen Kraftwerks bestand jedoch all die Jahre hindurch bis heute hin weiter. Er unterliegt erst seit dem Jahr 2012 einem rechtlichen Moratorium. Das Parlament hat dieses Moratorium jedoch nicht aufgehoben. Sonst wäre der ursprüngliche Beschluss, gleich zwei Reaktoren zu erbauen (neben Belene war noch ein weiterer geplant) wieder aufgenommen worden. Dies sei aber nicht das Ziel der Diskussion des Parlaments gewesen.