Das Land Bulgarien hat es wirklich nicht leicht. Bereits in der Sowjetunion zählte es zu den wenig beachteten Staaten, die nur wenig Geld hatten. Heute ist es zwar Mitglied in der EU, aber nach wie vor der ärmste in ihr vertretene Staat. Vor allem die marode Infrastruktur aus kommunistischen Zeiten macht dem Land dabei zu schaffen und bereitet den Politikern regelmäßig Kopfschmerzen. Einen wunden Punkt wollen die Verantwortlichen nun endlich angehen. So sollen 200 marode Brücken im Land für viel Geld aufwendig saniert werden. Wir berichten in diesem Artikel für Sie über die Vorgehensweise.

Der ausschlaggebende Punkt für die Entscheidung war dabei das Unglück, das sich vor wenigen Tagen in der im Norden Italiens gelegenen Stadt Genua ereignete. So stürzte hier aufgrund schwieriger Wetterverhältnisse eine Autobahnbrücke in sich zusammen und begrub mehrere Dutzend Menschen unter sich, die allesamt starben. Wie die Behörden erklärten wäre dieser Vorfall leicht vermeidbar gewesen, wenn man die Brücke nur anständig saniert hätte. Bulgarien reagiert nun als eines der ersten Länder auf das Unglück und gab bekannt seine eigenen maroden Brücken im Land umfassend sanieren zu wollen.

Ganz genau sollen 211 Brücken im Land saniert werden. Dabei handelt es sich um Bauten, die 35 Jahre und älter sind. Diese seien bisher nie gründliche renoviert worden und einige von ihnen nicht einmal zum Teil, wie Nikolaj Nankow, der Minister für regionale Entwicklung des Landes bekannt gab. Unter diesen Brücken sind auch 34 Brücken, die Teil von Autobahnen sind. Ganze 17 dieser Brücken befänden sich derzeit in einem bedenklichen Zustand. Diese Brücken haben bei der Sanierung klare Priorität, da von ihnen die größte Gefahr für die Nutzer ausgeht. Sind sie erst einmal saniert sollen auch die weiteren Brücken erneuert werden. Sind die 211 jetzt ausgeschriebene Brücken fertig, so geht es an die anderen Brücken des Landes und ihre Sanierung.