Bulgarien hat es in der heutigen Zeit nicht gerade leicht. So zählt es zu den kleinsten Staaten in Europa und verfügt gerade einmal über eine Bevölkerung von knapp acht Millionen Menschen. Durch das kommunistische Erbe und die Vergangenheit als Teil der Sowjetunion, tut sich die Wirtschaft des Landes sehr schwer, international konkurrenzfähig zu werden. Hinzu kommen zahlreiche soziale und politische Probleme in dem kleinen Land. Eines der größten ist dabei die zunehmende Flucht der Menschen von den verarmten Regionen auf dem Land hin zu den Städten und sogar ins Ausland. Wir berichten in diesem Artikel für Sie ausführlich über dieses Problem, sowie über dessen Ursachen und auch dessen gravierende Folgen.

Das Ende des Kommunismus war für Bulgarien ein sehr harter Schlag. So hat die jüngere Generation seitdem die Provinz im Land verlassen. Es zieht sie immer mehr in die großen Städte wie Sofia oder direkt in das europäische Ausland, wo sie bessere Arbeitsmöglichkeiten und Perspektiven sehen. Die Folgen sind verheerend: Viele Dörfer verfallen ganz, die Bevölkerung, die noch da bleibt ist, extrem überaltert. Es gibt jedoch auch einige positive Effekte der Krise. So werden mittlerweile immer mehr Käufer durch die geringen Preise für Immobilien angelockt.

Die Bevölkerung, die noch auf dem Land geblieben ist, lebt quasi von der Hand in den Mund. Es ist eine Art moderner Subsistenzwirtschaft entstanden. Es wird so viel selbst hergestellt, wie nur möglich. Vieh wird selbst gehalten, man hat einen eigenen Gemüsegarten und versucht, sich so gut wie möglich selbst zu versorgen. Ist etwas einmal nicht verhonden, so wird versucht, mit den direkten Nachbarn einfach zu tauschen. Dabei ist vor allem Gemüse ein beliebtes, weil sehr rares, Tauschmittel. Darüber hinaus ist der Kontakt zu anderen Dörfern und größeren Städten meist nicht vorhanden. Man lebt entweder allein auf seinem Hof oder abgegrenzt in der dörflichen Gemeinschaft.