Das Kleine in Osteuropa gelegene Land Bulgarien, hat seit der Auflösung der UDSSR mit einer ganzen Reihe von schweren Problemen zu kämpfen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Wirtschaft liegt am Boden und die Korruption ist auf einem Höchststand angekommen. Zwar ist das Land seit 2004 Mitglied in der EU, seitdem hat sich die Lage aber nicht merklich verbessert. Ganz im Gegenteil, die Probleme nehmen im ärmsten Land der EU eher von Jahr zu Jahr noch zu. Nun ist ein neues Problem dazugekommen: die Behörden verzeichnen im Land extrem viele Fälle von Holzdiebstahl. Wir berichten in diesem kurzen Artikel ausführlich für Sie über die Ereignisse und gehen dabei auch auf die Ursachen und die Folgen ein.

So forderte vor kurzer Zeit der World Wide Fund for Nature (WWF) ein stärkeres Eingreifen des bulgarischen Staates gegen Holzdiebstahl. So belegt ein Bericht, dass in den Jahren 2013 bis 2017 der illegale Einschlag von Holz im Land extrem zugenommen hat und mittlerweile pro Jahr mehr als ein Drittel der gesamten gerodeten Holzmenge ausmache.

So seien allein in den Jahren von 2013 bis 2017 pro Jahr Mengen von 2,4 Millionen m³ bis 2,7 Millionen m³ Holz im Wert von rechnerisch 150 Millionen Lewa, also etwa 77 Millionen Euro, illegal geschlagen worden. Die illegalen Aktivitäten schaden dabei sowohl der Wirtschaft des Landes als auch seiner Natur in erheblichem Maße. Der WWF warnte, dass bei einem Anhalten dieses Trends bald die Hälfte der Rodungsaktivitäten im Land auf das Konto der illegalen Holzfäller gehen würden.

Was der Staat bisher zur Eindämmung des Problems unternommen habe, sei alles andere als ausreichend gewesen. So wurde besonders kritisch vom WWF bewertet, dass die Forstinspektionen vonseiten der Regierung schlampig ausgeführt worden seien. So seien die Inspekteure schlecht geschult und mit zu wenigen finanziellen Mitteln ausgestattet gewesen, um effiziente Kontrollen durchführen zu können.