Die globalen Flüchtlingsströme haben in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. So sind mittlerweile Millionen von Menschen auf der Flucht, darunter auch besonders wehrlose Menschen wie Kinder, Frauen, Alte und Kranke. Sie flüchten aus Ländern in Afrika und im Nahen Osten, weil dort seit Jahren entweder Krieg herrscht oder die Wirtschaft so stark am Boden liegt, dass keine ausreichende Grundlage zum Überleben vorhanden ist. Dabei flüchten die Menschen teilweise in Länder, in denen die eigene Bevölkerung ebenfalls täglich um ihr Überleben kämpft. Zu diesen Ländern zählt auch Bulgarien, das aktuell ärmste Mitglied der EU. Nun wehrt sich das Land gegen zu starke Zuwanderung. Wie Bulgarien dabei genau vorgeht, darüber berichten wir für Sie in allen Details in diesem Artikel.

So hat jetzt das Parlament des Landes beschlossen, dass Bulgarien keine Rücknahme von Flüchtlingen durchführen wird. Dies war von Seiten Deutschlands und der EU eigentlich gefordert worden. Dabei entschieden die 177 Parlamentarier der Nation einstimmig gegen ein solches Vorgehen. Die Entscheidung untersagt damit der Regierung des Landes die Unterzeichnung bilateraler Abkommen, die die Rücknahme von Flüchtlingen aus anderen europäischen Ländern beinhalten. Das Land gilt dabei vor allem als Durchgangszone und hat mit der Grenze zur Türkei eine EU-Außengrenze.

Besonders bitter ist diese Entscheidung dabei für die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. So zeigt der Beschluss des Parlaments in Bulgarien, dass in der EU alles andere als Einigkeit in der Flüchtlingsfrage besteht. Darüber hinaus hatte Merkel eigentlich nach einem Gipfel der EU im Juni dieses Jahres noch bekannt gegeben, dass die Regierungschefs der Länder in der EU sich auf einen gemeinsamen Kurs geeinigt hätten. Wie der Beschluss in Bulgarien nun gezeigt hat, scheint dies aber nicht der Fall zu sein. So hat das Parlament sich klar gegen einen anderen Kurs der Regierung entschieden. Es bleibt abzuwarten, was in der nahen Zukunft passiert und wohin sich die EU entwickelt.