Das Land Bulgarien hat seit geraumer Zeit mit einer Vielzahl an Problemen zu kämpfen. Eine am Boden liegende Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit und korrupte Politiker machen eine Besserung dabei fast unmöglich. Genau das scheinen auch viele Bulgaren so zu sehen. Sie entscheiden sich kurzerhand dafür, einfach aus dem Land auszuwandern. Welche Folgen das hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

In diesem Land gibt es mit der Auswanderung einen Trend, der derzeit typisch für Osteuropa ist. So nimmt die Bevölkerung durch Auswanderung in andere Länder hier seit Jahren immer weiter ab, während sie in den westlichen Ländern Europas in fast gleichem Maße stetig zunimmt. Hochrechnungen zufolge schrumpft die Bevölkerung des kleinen Landes Bulgarien dabei um 220 Menschen am Tag. Auf das Jahr gerechnet ergibt das eine Abwanderung der Bevölkerung von 80.300 Menschen. Setzt man dies in ein Verhältnis zur sowieso schon geringen Bevölkerung des Landes von gerade einmal knapp acht Millionen, so verliert das Land jedes Jahr mehr als ein Prozent seiner Bevölkerung. Im Jahr 2050 ist das Land dann quasi verlassen, bemerkten jüngst Experten.

Damit ist Bulgarien nicht nur in der EU, sondern sogar rund um den Globus eines der Länder mit der am schnellsten schrumpfenden Bevölkerung. Und der Trend scheint kein Ende zu nehmen. Vielmehr wird er sich durch die Probleme des Landes noch weiter verschlimmern. Es ist ein Teufelskreis. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme und der Korruption verlassen gerade die gut ausgebildeten Menschen das Land, in der Hoffnung auf bessere Chancen außerhalb Bulgariens. Ihre Abwanderung verschlimmert gleichzeitig die Lage jener, die noch im Land verbleiben, und lässt auch bei ihnen den Wunsch aufkommen, zu gehen. Die Politik im Land hat indes noch kein Mittel gegen die Probleme gefunden. Sie ist zerstritten und kann sich derzeit nicht einmal auf die einfachsten Maßnahmen einigen. Sollte die EU nicht bald eingreifen, so drohen dem Land noch schlimmere Zustände als aktuell.