Bulgarien verfügt über sehr viele Sehenswürdigkeiten und kann auf ein reiches kulturelles Erbe zurückblicken. Zu diesen zählt unter anderem auch das berühmte Kloster des heiligen Iwan von Rila. Auf Bulgarisch heißt es Манастир „Свети Иван Рилски“. Kurz wird es auch Rila-Kloster (auf Bulgarisch: Рилски манастир) genannt. Es ist ein orthodoxes Kloster, das im Rila-Gebirge liegt, das wiederum im südwestlichen Teil des Staates Bulgarien gelegen ist. Bereits im 10. Jahrhundert wurde es gegründet und stellt das bedeutendste und größte Kloster des Staates Bulgarien dar. Heute gehört es zu der exklusiven und renommierten Liste des UNESCO-Welterbes. Das Kloster ist dabei eines der 100 nationalen touristischen Objekte des Staates Bulgarien.

Dem Kloster Rila kam dabei vor allem im 18. Jahrhundert eine besondere Bedeutung zu. So war es bis zur Befreiung Bulgariens von der Herrschaft der Osmanen die einzige Institution, die gesamtbulgarisch funktionierte. Ihr kam damit eine wichtige Funktion innerhalb der Sicherung einer Identität aller Bulgaren zu. Zusammen mit den beiden anderen Klöstern Zografou und Chilandar, das auf dem berühmten Berg Athon in der Chersonesos liegt, galt es darüber hinaus als eines der Zentren der Aufklärung innerhalb des bulgarischen Staates.

Daneben war das Kloster auch im Bereich der Architektur Vorreiter. So ist seine aufwendige Architektur in Verbindung mit seinem besonderen Narthex Modell für viele weitere Klöster in Bulgarien geworden. Diese kopierten dabei ganz bewusst den Stil des Klosters Rila. Eine besondere Bedeutung kam dabei der so genannten Samokower Malschule zu. Die bekanntesten beiden Vertreter dieser Schule sind dabei Sachari Sograf, der von 1810 bis 1852 lebte, sowie Dimitar Sograf, der von 1796 bis 1860 lebte.

Ein Besuch im Kloster Rila lohnt sich also für jeden, der einmal in Bulgarien verweilt. Es gehört zu den sehenswertesten Klöstern Europas, wenn nicht gar der ganzen Welt. Es bietet einen wunderbaren Einblick in die Geschichte und Kultur des Landes.