In der Spätantike hatte sich auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens ein erstes Großreich gebildet, das in der Forschung gemeinhin als Reich der Protobulgaren bezeichnet wird. Dieses Reich zerfiel jedoch in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts. So musste sich der älteste Sohn des Herrschers Kubrats, Khan Batbajan, den angreifenden Chasaren ergeben. Durch den Krieg gegen die Chasaren wurden die Bulgaren gedrängt, sich in Richtung Südwesten an die Donau zurückzuziehen. Sie übertraten anschließend den Fluss an der Grenze zur nicht mehr vorhandenen oströmischen Provinz Moesia secunda. Anschließend erhoben sie im Jahr 679 Anspruch auf die Gebiete im Raum der Dobrudscha und entschieden, dort zu siedeln. Die im Gebiet siedelnden Slawen wurden unterworfen und ihnen wurden Tribute auferlegt. Kurz darauf gründete der Khan Asparuch einen großen Stammesverband, der als Erstes Bulgarisches Reich bezeichnet wird.

Das Reich musste sich rasch gegen die Bedrohung durch den byzantinischen Kaiser erwehren, der die Ansiedlung in der Nähe seines Herrschaftsbereiches nicht tolerierte. So sandte Konstantin IV Pogonatos im Jahr 680 einen Feldzug gegen die Bulgaren. Am Ende des Krieges stand bereits ein Jahr später ein Friedensvertrag, der faktisch den neuen Staat anerkannte. Außerdem wurden durch den Vertrag die Grenzen des Stsates geregelt. Daneben wurde ein Flottenmoratorium beschlossen und außerdem die Tributpflichtigkeit Konstantinopels.

Die Nachfolger des ersten Herrschers erweiterten das Territorium kräftig. So erweiterte Khan Terwel, der von 700 bis 721 regierte, das Reich um zahlreiche Gebiete. Bulgarien wurde damit zu einer ernst zu nehmenden politischen Kraft. Unter dem Khan Krum, der zwischen 803 und 814 die Herrschaft innehatte, stieg es zu den drei mächtigsten Staaten Europas auf. Dabei wurde unter anderem auch ein Bündnis mit dem fränkischen Kaiser Karl dem Großen geschlossen. Zusammen vernichtete man das Khanat der Awaren. Unter den späteren Khanen wurde dann letztlich sogar das Christentum als offizielle Religion des Staates Bulgarien angenommen.