Das heutige Bulgarien kann auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken. Die erste Besiedlung erfolgte dabei bereits in der Steinzeit. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte Karanowo-Kultur. Archäologische Funde belegen die frühe Besiedlung. So kann ein im Jahr 1972 im Gräberfeld der Stadt Warna gefundener Goldschatz genau auf den Zeitraum zwischen dem Jahr 4600 und dem Jahr 4200 v. Chr. datiert werden. Er gilt somit als die älteste derartige Ausgrabung auf der ganzen Welt. In der Bronzezeit lebten im heutigen Bulgarien Thraker, die bereits von dem griechischen Dichter Homer erwähnt werden.

Für die nächsten Jahrtausende konnten die Thraker weitgehend unabhängig bleiben. Diese Autonomie endete erst im Jahr 29 v. Chr., als die Region von der Großmacht Rom erobert wurde. Auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens befanden sich dann vier römische Provinzen: Macedonia, Thrakien, Moesia und Dacia. Durch die römische Herrschaft setzte bei den Thrakern ein Prozess der Romanisierung ein. Nach der Reichsteilung am Ende des 4. Jahrhunderts verblieben sie dann auf dem Gebiet Ostroms.

Der Prozess der sogenannten Völkerwanderung ging jedoch auch an den Thrakern nicht spurlos vorbei. So wurden auch sie von der Bewegung erfasst, die eine Verschiebung der Siedlungsgebiete mehrerer barbarischer Stämme von Ost nach West zur Folge hatte. Dieser Prozess war für das römische Reich mit einer großen Krise verbunden. So drangen hunderttausende von Menschen über die römischen Grenzen ins Reich ein. Diese Volksmassen konnte dabei zum Teil integriert und assimiliert werden, durchzogen aber zum Teil auch die Gebiete des Reichs als plündernde Massen. Bulgarien erlebte daher eine Besiedlung durch zahlreiche verschiedene Stämme wie etwa der Goten, Gepiden, Karpen, Sarmaten, Alanen, Hunnen und weitere Völker. Diese haben dabei bis heute ihren Stempel auf der Kultur des Landes hinterlassen. So kann das Land Bulgarien auf eine lange und wechselhafte Geschichte in der Antike zurückblicken und hat ein reiches kulturelles Erbe.